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WAS IST AuDHD?

Wenn Autismus und ADHS gemeinsam auftreten

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Verstehen schafft Orientierung.

Vielleicht haben Sie sich schon oft gefragt, warum Sie sich weder in Beschreibungen einer Autismus-Spektrum-Störung noch in denen einer ADHS vollständig wiederfinden.

Vielleicht erleben Sie Eigenschaften, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen.

Sie benötigen Struktur, verlieren diese aber immer wieder aus dem Blick.

Sie arbeiten hochkonzentriert an komplexen Projekten und schieben gleichzeitig einfache Alltagsaufgaben vor sich her.

Sie übernehmen Verantwortung, arbeiten zuverlässig und gelten als erfolgreich, dennoch kostet Sie der Alltag häufig deutlich mehr Energie als andere Menschen.

Sie wirken kommunikativ und offen, benötigen nach sozialen Situationen jedoch lange Zeit, um sich wieder zu erholen.

Sie lieben Veränderungen, solange Sie diese selbst gestalten. Unerwartete Veränderungen können dagegen erheblichen Stress auslösen.

Vielleicht hören Sie deshalb immer wieder:

"Sie können doch gar keinen Autismus haben."

Oder:

"Für ADHS sind Sie viel zu organisiert."

Viele Menschen mit AuDHD kennen genau diese Erfahrungen.
 

Was bedeutet AuDHD?

AuDHD bezeichnet das gemeinsame Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Heute wissen wir, dass beide Neuroentwicklungsstörungen häufig gemeinsam auftreten.

Dabei entsteht jedoch nicht einfach die Summe zweier Diagnosen.

Das Zusammenspiel beider Besonderheiten führt häufig zu einem individuellen neuropsychologischen Profil mit eigenen Stärken, besonderen Herausforderungen und teilweise gegensätzlich wirkenden Bedürfnissen.

Deshalb erkennen sich viele Menschen weder in typischen Beschreibungen von Autismus noch in denen einer ADHS vollständig wieder.
 

Warum AuDHD häufig übersehen wird

Menschen mit AuDHD entsprechen häufig nicht dem Bild, das viele von Autismus oder ADHS haben.

Die autistischen Besonderheiten können dazu beitragen, dass Menschen sehr analytisch denken, zuverlässig arbeiten, Verantwortung übernehmen oder ausgeprägte Organisationsstrategien entwickeln.

Gleichzeitig kann die ADHS dafür sorgen, dass sie spontaner, kontaktfreudiger oder flexibler wirken als viele Menschen mit einer alleinigen Autismus-Spektrum-Störung.

Dadurch gleichen sich einzelne Merkmale teilweise aus oder überdecken sich.

Nicht selten wird zunächst nur eine der beiden Neuroentwicklungsstörungen erkannt.

Viele Betroffene berichten später, dass erst das Verständnis für beide Diagnosen ihre Lebensgeschichte wirklich erklärt hat.

Mehr als Gegensätze

AuDHD bedeutet nicht, ständig zwischen zwei Extremen hin- und hergerissen zu sein. Häufig bestehen unterschiedliche Bedürfnisse gleichzeitig.

Viele Menschen erleben beispielsweise:

Sie wünschen sich klare Strukturen und benötigen gleichzeitig genügend Abwechslung.

Sie denken sehr analytisch und treffen trotzdem manchmal spontane Entscheidungen.

Sie arbeiten gerne selbstständig und schätzen gleichzeitig den fachlichen Austausch.

Sie können sich stundenlang intensiv mit einem Thema beschäftigen und verlieren dennoch alltägliche Aufgaben aus dem Blick.

Sie verfügen über ein hohes Verantwortungsbewusstsein und geraten gleichzeitig immer wieder an die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit.

Diese scheinbaren Gegensätze schliessen sich nicht aus.

Sie können Ausdruck des individuellen Zusammenspiels von Autismus und ADHS sein.

 

Besondere Ressourcen

In meiner Arbeit begegne ich immer wieder Menschen mit AuDHD, die über aussergewöhnliche Fähigkeiten verfügen.

Viele entwickeln

  • analytisches und vernetztes Denken,

  • hohe Kreativität,

  • ausgeprägte Problemlösungskompetenz,

  • schnelle Auffassungsgabe,

  • Innovationsfähigkeit,

  • intensive Fachkenntnisse,

  • grosse Begeisterungsfähigkeit,

  • Verantwortungsbewusstsein,

  • Humor,

  • und den Blick für Zusammenhänge, die anderen oft verborgen bleiben.

Viele meiner Klientinnen und Klienten arbeiten erfolgreich in anspruchsvollen Berufen.

Sie führen Unternehmen oder Teams. Sie arbeiten als Informatikerinnen, Ingenieure, Ärztinnen, Lehrpersonen, Juristen oder übernehmen anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben.

Gerade weil sie leistungsfähig erscheinen, bleiben ihre Belastungen häufig lange unbemerkt.

Wenn hohe Kompetenz den Blick auf Belastungen verdeckt

Beruflicher Erfolg schützt nicht vor Erschöpfung.

Im Gegenteil.

Viele Menschen mit AuDHD entwickeln früh wirksame Strategien, um ihren Alltag zu bewältigen.

  • Sie planen sehr genau.

  • Sie führen komplexe Organisationssysteme.

  • Sie bereiten Gespräche sorgfältig vor.

  • Sie analysieren soziale Situationen.

  • Sie kontrollieren sich ständig selbst.

Diese Strategien funktionieren häufig über viele Jahre sehr gut.

Der Preis dafür bleibt jedoch oft unsichtbar.

Viele meiner Klientinnen und Klienten berichten:

"Ich leite ein grosses Team aber zuhause fehlt mir die Energie, den Geschirrspüler auszuräumen."

"Ich halte Vorträge vor Hunderten von Menschen aber ein ungeplantes Telefonat kostet mich enorme Überwindung."

"Ich wirke organisiert, dabei brauche ich meine Systeme, damit überhaupt etwas funktioniert."

"Alle sehen meinen Erfolg. Niemand sieht, wie erschöpft ich bin."

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Warum Menschen mit AuDHD häufig missverstanden werden

Viele Betroffene erleben, dass ihre Schwierigkeiten nicht ernst genommen werden.

Nicht weil sie nicht vorhanden wären.

Sondern weil sie nach aussen kaum sichtbar sind.

Wer organisiert wirkt, gilt nicht als ADHS.

Wer sozial kompetent erscheint, gilt nicht als autistisch.

Wer erfolgreich arbeitet, gilt als belastbar.

Dabei wird häufig übersehen, dass Organisation, Kommunikation oder berufliche Leistungsfähigkeit das Ergebnis jahrelanger Anpassung und bewusst entwickelter Strategien sein können.

Funktionieren bedeutet nicht automatisch, dass ausreichend Energie vorhanden ist.

 

Warum die Diagnostik anspruchsvoll ist

Die Diagnostik von AuDHD gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen der Neuroentwicklungsstörungen.

Viele Merkmale überschneiden sich.

Andere kompensieren sich gegenseitig.

Wieder andere werden durch jahrelange Anpassungsstrategien kaum noch sichtbar.

Deshalb reicht es häufig nicht aus, Autismus oder ADHS isoliert zu betrachten.

Erst das Verständnis für ihr Zusammenspiel ermöglicht häufig eine schlüssige Einordnung.

 

Warum viele Menschen ihre eigenen Stärken lange nicht erkennen

Viele Menschen mit AuDHD nehmen ihre Fähigkeiten als selbstverständlich wahr.

Sie sehen vor allem das, was sie Kraft kostet.

  • Dass sie komplexe Zusammenhänge schneller erkennen als andere.

  • Dass sie kreative Lösungen entwickeln.

  • Dass sie Verantwortung übernehmen.

  • Dass sie aussergewöhnlich engagiert arbeiten.

All das erscheint ihnen selbstverständlich.

Im Vordergrund stehen häufig die Erschöpfung, die Reizüberflutung oder das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Ein wichtiger Schritt besteht deshalb darin, nicht nur die Belastungen zu verstehen, sondern auch die eigenen Ressourcen bewusst wahrzunehmen.

Denn genau diese bilden häufig die Grundlage für langfristige Veränderungen.

Mein Verständnis von AuDHD

Für mich steht nicht die Diagnose im Mittelpunkt.

Mich interessiert der Mensch.

  • Welche Fähigkeiten bringt er mit?

  • Welche Situationen kosten besonders viel Energie?

  • Welche Strategien helfen wirklich?

  • Und welche führen langfristig eher zu Erschöpfung?

Jeder Mensch mit AuDHD bringt eine eigene Persönlichkeit, individuelle Erfahrungen und unterschiedliche Lebensziele mit.

Deshalb gibt es keine allgemeingültigen Lösungen.

Verstehen bedeutet für mich, das individuelle Profil eines Menschen zu erkennen und daraus Handlungsmöglichkeiten für den Alltag abzuleiten.

 

Verstehen ist der erste Schritt

Für viele Menschen ist die Diagnose zunächst eine Erleichterung.

Plötzlich erhalten Erfahrungen, die über Jahre unverständlich erschienen, einen Zusammenhang.

Gleichzeitig entstehen neue Fragen.

  • Wie kann der Alltag besser gelingen?

  • Wie können vorhandene Ressourcen gezielt genutzt werden?

  • Welche Strategien passen wirklich zu mir?

  • Wie kann ich langfristig gesund bleiben?

Genau an diesem Punkt setzt meine Begleitung an.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ich Jugendliche und Erwachsene mit AuDHD begleite, finden Sie weitere Informationen auf der Seite AuDHD-Coaching.

Verstehen schafft Orientierung.

Orientierung eröffnet Handlungsmöglichkeiten.

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